Kent Beck, Martin Fowler: Planning Extreme Programming

Kent Beck, Martin Fowler: Planning Extreme Programming

Kent Beck, Martin Fowler
Planning Extreme Programming

2001, pp. XVII, 139, Paperback
Addison-Wesley
ISBN: 0-201-71091-9



Planning Extreme Programming ist eines von etlichen Büchern der Reihe The XP Series, welche in kurzer Abfolge nach dem Erscheinen des sehr einflussreichen Buchs Kent Becks Extreme Programming Explained, Embrace Change veröffentlicht wurden. Der Fokus de Buches liegt auf das Thema Planung im Rahmen von XP-Projekten.

Inhalt und Struktur

Planning Extreme Programming ist eines von etlichen Büchern der Reihe The XP Series, welche in kurzer Abfolge nach dem Erscheinen des sehr einflussreichen Buchs Kent Becks Extreme Programming Explained, Embrace Change[1] veröffentlicht wurden. Einige weitere Titel der Reihe sind z.B.:

  • Extreme Programming in Practice von James Newkirk und Robert C. Martin,
  • Extreme Programming Installed von Ron Jeffries, Ann Anderson und Chet Hendrickson,
  • aber auch Questioning Extreme Programming von Pete McBreen.

Wie es der Titel von Kent Becks und Martin Fowlers Buch vermuten lässt, wird darin das Thema Planung im Rahmen von Projekten, die mittels Extreme Programming (im Folgenden XP) durchgeführt werden, ausführlich behandelt. Planung ist wichtig, Pläne können aber missbraucht werden: so kann man Pläne als Druckmittel verwenden, oder man kann sie dazu verwenden, um ein falsches Gefühl der Sicherheit und Kontrolle zu vermitteln. Das Ziel der Planung ist gemäß den Autoren Sichtbarkeit – es muss zu Verständnis der Gesamtsituation und zu Vertrauen führen (S. 4).

Angst wird als grundlegendstes Problem aller fehlgeschlagenen Softwareprojekte angesehen (S. 8), die Definition der Customer Bill of Rights und Programmer Bill of Rights, welche jeweils die Rechte der Kunden und Entwickler festhalten, sollen die Ursachen der Ängste bekämpfen (vgl. S. 8f.). Durch das Besprechen der unterschiedlichen Aufgaben von Entwicklern und Kunden in Kapitel vier und der vier Variablen Kosten, Zeit, Qualität und Umfang zur Modellierung von Softwareprojekten in Kapitel sieben, werden zwei wichtige Themen aus Kent Becks grundlegendem Buch über XP wiederholt.

Der Großteil des Buches (in etwa Kapitel neun bis zwanzig) beschreibt und bespricht Details des Planungsprozesses: Definition des Umfangs, Schreiben, Schätzen und Priorisieren von Stories, Planen von Releases und Iterationen, wiederkehrende Meetings und das Nachverfolgen des Fortschritts. „Yesterday’s Weather“ – das gestrige Wetter – wird dabei als grundlegendes Planungsprinzip vorgestellt: genauso wie die Prognose, dass das morgige Wetter dem heutigen ähneln wird, in den meisten Fällen akkurat genug ist, ist die Prognose, dass in der nächsten Iteration der gleiche Aufwand, wie in der aktuellen Iteration, geleistet werden kann im Allgemeinen ausreichend.

Am Ende des Buchs (Kapitel 21-27) werden diverse potenzielle Probleme und Hilfsmittel besprochen. Die Autoren lassen den Leser wissen, dass die Visualisierung des Fortschritts sehr wichtig sei, aber nicht jedes Detail visualisiert werden sollte; zur Planung sollte man einfache Tools verwenden, die nicht den Fokus von den wichtigen Aspekten ablenken; und man sollte auf Probleme achten und bei deren Auftreten diese lösen (den XP-Prozess stabilisieren) bevor man fortfährt. Das Buch endet mit der Ermutigung der Autoren mit dem eigenen Prozess zu experimentieren und ihn den eigenen Bedürfnissen anzupassen:

The beauty of an iterative process with short iterations and lots of data is that you can perform many more experiments, and with much more precise measurements of the results, than would otherwise be possible. Take advantage of your data. Play with your process.

S. 130

Diskussion

Kent Becks und Martin Fowlers Buch Planning Extreme Programming greifen einen Aspekt der XP-Methodologie heraus – die Planung – und diskutieren diesen detailliert. Die Autoren betrachten die einzelnen Planungsaspekte eines XP-Projekts, betonen aber auch, dass es im Buch nicht um alle Aspekte des Projektmanagements, wie z.B. Budgetierung oder Einstellungsprozess, geht (S. XIV).

Das Buch hat einen betont lockeren Ton, die beiden Autoren sprechen dabei des Öfteren den Leser direkt an oder tauchen sich neckend auf. Ein Beispiel:

We’ll confess that we disagree a little on this. Martin is much more inclined to bring stories forward due to risk than Kent is. Kent considers Martin a coward for this attitude. Martin agrees.

S. 67

Der Leser von Fowlers wichtigem Buch zum Thema Refactoring Refactoring: Wie Sie das Design bestehender Software verbessern, wo Fowler und Beck im Kapitel Code Smells: Schlechte Gerüche im Code ebenfalls gemeinsam auftreten, dürfte diesen Stil schon in Ansätzen kennen. Auf den einen oder anderen, dürfte dieser kolloquiale Stil jedoch störend wirken.

Leider enthält das Buch wenig, was nicht schon Kent Beck in Extreme Programming Explained, Embrace Change zwei Jahre früher geschrieben hatte und dadurch, dass das Buch auf einen Aspekt von XP fokussiert ist, ist diese auch nicht als „Stand-alone-Lektüre“ über XP geeignet.


[1] Deutsche Übersetzung: Extreme Programming: die revolutionäre Methode für Softwareentwicklung in kleinen Teams, 2000, Addison-Wesley

Zu den Autoren

Kent Beck

Informationen über Kent Beck finden Sie auf der separaten Buchautorenseite.

Martin Fowler

Informationen über Martin Fowler finden Sie auf der separaten Buchautorenseite.


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Petre Sora

Petre Soras Interessen sind vielfältig und befinden sich an der Schnittstelle zwischen Mensch und Informationstechnologie. Als studierter Psychologe und Software Engineer war er sechs Jahre als Java-Entwickler in mehreren Unternehmen tätig. Mit der Gründung der Rezensionsplattform nososo hat er sich entschieden eigene Wege zu gehen.

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