Michael Inden: Java – die Neuerungen in Version 9 bis 14

Michael Inden: Java – die Neuerungen in Version 9 bis 14

Michael Inden
Java – die Neuerungen in Version 9 bis 14. Modularisierung, Syntax- und API-Erweiterungen.

1. Auflage
April 2020, XVIII, 352 Seiten, Broschur
dpunkt.verlag
ISBN: 978-3-86490-754-8

Informationen zum Buch im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek.



Java – Die Neuerungen in Version 9 bis 14 ist kein Anfängerbuch, wer sich aber als erfahrener Java-Entwickler einen Überblick über die Neuerung in Java seit der achten Version verschaffen möchte, dem ist Michael Indens Buch durchaus zu empfehlen.


Struktur

Michael Indens Buch Java – Die Neuerungen in Version 9 bis 14 ist in fünf Teilen untergliedert. Im ersten Teil werden die Änderungen in der Sprache Java in den Versionen 9 bis 11 gegenüber der achten Version behandelt. Der zweite Teil fährt mit den Neuerungen bis zur aktuell neusten Version der Sprache – Java 14 – fort. Der dritte Teil behandelt eingehend die größte Neuerung seit Java 8: die Modularisierung mit Jigsaw. Teil vier, der sehr kurz ist, beinhaltet eine Zusammenfassung und Teil fünf geht auf einige durchgehend vorausgesetzte Themen ein: die Neuerungen in Java 8 und die Buildmanagementtools Gradle und Maven.

Die Teile eins bis drei sind weiterhin jeweils zweigeteilt: im ersten Unterteil werden die Änderungen in den jeweiligen Java-Versionen beschrieben und besprochen und zum Schluss gibt es eine Reihe Aufgaben, die als Ziel das Üben der neuen Features haben.

Inhalt

Teil 1: Neuerungen in Java 9 bis 11

Der erste Teil des Buches besteht aus sechs Kapitel (inklusive Übungskapitel) und bespricht die Erweiterungen und Änderungen in den Versionen 9 bis 11 (exklusive Modularisierung, der der dritte Teil gewidmet ist). Die Themen sind vielfältig, genauso wie die Änderungen. Einige der besprochenen Änderungen sollen hier hervorgehoben werden:

  • Einführung des sogenannten Diamond Operators,
  • Deklaration von Variablen mittels var,
  • Erweiterungen der Stream-API,
  • Einführung von reaktiven Streams,
  • Einführung der HTTP/2-API,
  • Ausgliederung der JavaFX-Bibliothek,
  • Einführung der Java-REPL (Read-Eval-Print-Loop) jshell und
  • Einführung des Epsilon Garbage Collectors.

Mit hundert Seiten ist der erste Teil, nach dem dritten, der umfangreichste des Buches. Dabei ist der Inhalt folgendermaßen strukturiert: Kapitel zwei (beinhaltend die sprachlichen Syntaxerweiterungen in den Versionen 9 bis 11) und Kapitel sechs (beinhaltend Änderungen in der Java Virtual Machine) umschließen die drei Kapitel, welche sich den Änderungen in den einzelnen Versionen – Java 9 bis Java 11 – widmen.

Teil 2: Neuerungen in Java 12 bis 14

Der zweite Teil des Buches ist etwas kürzer als der Erste und behandelt unter anderem das Microbenchmarking-Framework JMH (eine Neuerung aus Java 12), Switch-Expressions und die als Preview-Feature releaste Records (beides Features von Java 14, wobei Switch-Expressions als Preview-Feature schon in Java 12 Einzug fand).

Der zweite Teil besteht aus drei Kapitel, wobei der letzte Übungen beinhaltet. Kapitel acht behandelt Java 12 und Kapitel neun entsprechend Java 13 und 14. Hervorzuheben ist das Unterkapitel 9.4 welches eine kurze Einführung über notwendige Anpassungen für Build-Tools und IDEs, um mit Java 14 zurechtzukommen, enthält.

Teil 3: Modularisierung

Der längste Teil des Buches bespricht das Project Jigsaw: was das ist, welche Modularten es gibt, wie können weiterhin Java-Applikationen auf gewohnter Art und Weise erstellt werden (Stichwort CLASSPATH), wie kann eine Migration zu einer modularen Applikation gestaltet werden, welche Änderungen es bezüglich Reflection gibt und was die Unterschiede zu OSGi (Open Services Gateway initiative) sind. Der dritte Teil besteht aus drei Kapitel, wovon der letzte Übungen beinhaltet.

Im elften Kapitel geht der Autor auf Änderungen und Erweiterungen (z.B. neue Schlüsselwörter), welche durch das Project Jigsaw begründet sind. Ein erstes Beispiel, welches der von Oracle empfohlenen Projektstruktur (Module unterhalb des src-Verzeichnisses) folgt, wird gezeigt. Ebenfalls werden in diesem Kapitel Modularten, Packaging und Linking und einige ersten Implikationen auf die Reflection besprochen.

Das zwölfte Kapitel Weiterführende Themen zur Modularisierung zeigt wie ein Projekt mit einer wie bei Verwendung von Gradle oder Maven üblichen Verzeichnisstruktur modular aufgebaut werden kann. Dafür wird auch kurz auf diese beiden Buildtools eingegangen. Des Weiteren wird gezeigt, wie Services mittels Module aufgebaut werden können und es wird detailliert auf das Thema Reflection im Kontext der Modularisierung eingegangen. Die Themen Kompatibilität und Migration runden das Kapitel ab.

Teil 4: Schlussgedanken

Der vierte Teil fasst zusammen und bewertet die Änderungen in den Versionen 9 bis 14 der Sprache Java. Indens Fazit ist

dass die neuen Java-Versionen würdige Nachfolger von Java 8 darstellen und damit die Java-Programmierung auch für die Zukunft für viele Entwickler und Firmen attraktiv sein wird.

S. 287

Teil 5: Anhang

Der Anhang ist dreigeteilt und bietet einen kurzen Überblick über die wichtigsten Neuerungen in Java 8, mit einem Fokus auf Lambdas, Streams und der damals neuen Date/Time-API. Ebenfalls ist hier (Anhang B und Anhang C) eine sehr kurze Einführung in Gradle und Maven zu finden.

Diskussion

Michael Indens neues Buch ist, obwohl als erste Auflage ausgewiesen, eine erweiterte und angepasste Auflage seines 2019 erschienenen Buches Die Neuerungen in Version 9 bis 12 und befindet sich in der gleichen „Reihe,“ die durch seine Bücher Java 8 – die Neuerungen und Java 9 – die Neuerungen begründet wurde.

Es ist selbstverständlich, dass eine exhaustive Besprechung aller Änderungen der letzten sechs Java-Versionen und aller Implikationen dieser auf Tools und Programmiertätigkeit innerhalb von 370 Seiten nicht möglich ist. Der Autor schafft es jedoch die wichtigsten davon auszuwählen und verständlich und nachvollziehbar vorzustellen. Das Buch profitiert von einer klaren, angenehmen Sprache und von einer fokussierten Darstellungsweise, bei der sich auch die kleinen Exkurse über Gradle und Maven im Anhang natürlich in den Gesamttext einfügen.

Java – Die Neuerungen in Version 9 bis 14 ist kein Anfängerbuch, wer sich aber als erfahrener Java-Entwickler einen Überblick über die Neuerung in Java seit der achten Version verschaffen möchte, dem ist Michael Indens Buch durchaus zu empfehlen.


Zum Autor

Michael Inden ist Architekt, Softwareentwickler, Teamleiter und Fachbuchautor mit langjähriger Erfahrung. Aktuell ist er als CTO bei einer Firma in Zürich tätig.

Neben Java – Die Neuerungen in Version 9 bis 14 hat Inden noch eine Reihe weiterer Bücher – allesamt beim dpunkt.verlag – publiziert. Im Folgenden die Liste der von ihm publizierten Bücher (Jahreszahl der aktuellsten Auflage):

  • Java die Neuerungen in Version 9 bis 12 (2019)
  • Java 9 die Neuerungen (2018)
  • Der Weg zum Java-Profi (2018)
  • Der Java-Profi: Persistenzlösungen und REST-Services (2016)
  • Java 8 die Neuerungen (2015)

Literatur von und über Michael Inden im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek.


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Petre Sora

Petre Soras Interessen sind vielfältig und befinden sich an der Schnittstelle zwischen Mensch und Informationstechnologie. Als studierter Psychologe und Software Engineer war er knappe sechs Jahre als Java-Entwickler in mehreren Unternehmen tätig. Mit der Gründung der Rezensionsplattform nososo hat er sich entschieden eigene Wege zu gehen. Petre ist als Rezensent und Verfasser von Artikeln für nososo tätig.

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